ADHS-Diagnostik Kreis Lippe, NRW | Kinder, Jugendliche & Erwachsene
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann sich je nach Lebensalter sehr unterschiedlich äußern. Eine qualifizierte ADHS-Diagnostik berücksichtigt daher stets altersspezifische Besonderheiten der Symptomatik sowie entwicklungsbedingte Normvarianten. Ziel ist eine sorgfältige, differenzierte und leitlinienorientierte Einschätzung, die sowohl Über- als auch Unterdiagnosen vermeidet.
ADHS-Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern und Jugendlichen können unter anderem folgende Symptome im Vordergrund stehen:
• Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
• Ausgeprägte motorische Unruhe oder Impulsivität
• Emotionale Regulationsschwierigkeiten
• Schulische Leistungsprobleme oder soziale Konflikte
Die Diagnostik erfolgt mehrperspektivisch und bezieht – abhängig vom Alter – Eltern, Bezugspersonen sowie ggf. schulische Informationen mit ein.
Altersspezifische Besonderheiten in der Diagnostik
Bei der diagnostischen Abklärung ist besonders wichtig:
• Vor dem Alter von drei Jahren soll keine ADHS-Diagnose gestellt werden.
• Bei Kindern im Alter von drei bis vier Jahren kann die Diagnose in der Regel nicht hinreichend sicher gestellt werden.
• Im Vorschulalter sollte eine ADHS-Diagnose nur bei sehr starker Ausprägung der Symptomatik erfolgen.
• Bei jüngeren Kindern können ausgeprägte Unruhe, Impulsivität, Ablenkbarkeit und Schwierigkeiten in der Emotions- und Verhaltensregulation Risikofaktoren für die spätere Entwicklung einer ADHS darstellen, ohne bereits eine gesicherte Diagnose zu rechtfertigen.
• Je jünger das Kind, desto schwieriger ist die Abgrenzung zwischen entwicklungsbedingten Normvarianten und behandlungsbedürftiger Symptomatik.
ADHS-Diagnostik bei Jugendlichen und Erwachsenen
Im Jugend- und Erwachsenenalter verändert sich das Erscheinungsbild von ADHS häufig. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass:
• Die Hyperaktivität im Verlauf der Pubertät oft abnimmt,
• Stattdessen Aufmerksamkeitsprobleme, innere Unruhe, emotionale Überforderung oder Organisationsschwierigkeiten stärker in den Vordergrund treten,
• Schulische, berufliche und soziale Anforderungen die Symptomatik verstärken können.
Die Diagnostik bei Jugendlichen und Erwachsenen berücksichtigt sowohl die aktuelle Symptomatik als auch die biografische Entwicklung seit der Kindheit.
Differenzialdiagnostik
Ein zentraler Bestandteil der ADHS-Diagnostik ist die differenzialdiagnostische Abgrenzung. Andere psychische Störungen müssen ausgeschlossen oder – falls vorhanden – als koexistierende Störungsbilderberücksichtigt werden. Dies ist entscheidend für eine valide diagnostische Einschätzung und die Wahl geeigneter Behandlungsansätze.
Diagnostisches Vorgehen
Die ADHS-Diagnostik erfolgt strukturiert, individuell angepasst und leitlinienorientiert. Zum Einsatz kommen:
• Ausführliche Anamnese und klinische Gespräche
• Standardisierte Test- und Fragebogenverfahren
• Klinisch-psychologische Beobachtungen
• Differenzialdiagnostische Einschätzung
Die Diagnostik umfasst in der Regelmehrere Termine, einschließlich eines abschließenden Auswertungs- und Rückmeldegesprächs.
Auf Wunsch wird ein schriftlicher Befund oder ein ausführlicher diagnostischer Berichterstellt.
Wichtiger Hinweis zur Abrechnung
Die ADHS-Diagnostik für Kinder und Jugendliche kann über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden.
Die ADHS-Diagnostik für Erwachsene erfolgt in meiner Praxis auf Selbstzahlerbasis, da ich für die Behandlung von Erwachsenen nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen kann. In Einzelfällen übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten dennoch ganz oder teilweise. Es kann sich daher lohnen, vorab bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen, ob eine Kostenübernahme oder Erstattung möglich ist. Gerne stelle ich Ihnen hierfür – nach Abschluss der Diagnostik – einen entsprechenden Befund oder eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Psychotherapeut:innen (GOP)zur Verfügung.