Zum Inhalt springen

ADHS-Diagnostik Kreis Lippe, NRW | Kinder, Jugendliche & Erwachsene

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann sich je nach Lebensalter sehr unterschiedlich äußern. Eine qualifizierte ADHS-Diagnostik berücksichtigt daher stets altersspezifische Besonderheiten der Symptomatik sowie entwicklungsbedingte Normvarianten. Ziel ist eine sorgfältige, differenzierte und leitlinienorientierte Einschätzung, die sowohl Über- als auch Unterdiagnosen vermeidet.

Wichtige Hinweise zur ADHS-Diagnostik

Wenn Sie die diagnostische Einschätzung für einen bestimmten Zweck benötigen – beispielsweise zur Vorlage bei einer Behörde, einem Kostenträger, einer Schule, Hochschule oder einer anderen Institution –, empfehlen wir Ihnen, sich vor Beginn der Diagnostik über die dort geltenden formalen Anforderungen zu informieren.Einzelne Stellen können verlangen, dass eine Diagnose zusätzlich fachärztlich gestellt oder bestätigt wird. Wir können daher nicht gewährleisten, dass unser diagnostischer Befund von jeder Institution für jeden Verwendungszweck als alleiniger Nachweis anerkannt wird.

Wenn Sie die ADHS-Diagnostik für einen bestimmten Antrag, eine medikamentöse Weiterbehandlung oder zur Vorlage bei einer bestimmten Institution benötigen, empfehlen wir Ihnen, vor Beginn der Diagnostik zu klären, welche Anforderungen dort an den diagnostischen Befund gestellt werden.

Medikamentöse Behandlung bei ADHS: Eine medikamentöse Behandlung oder Einstellung auf ADHS-Medikamente erfolgt in unserer Praxis nicht. Hierfür ist eine entsprechende ärztliche Behandlung erforderlich. Wenn nach Abschluss der Diagnostik eine medikamentöse Behandlung gewünscht oder medizinisch zu prüfen ist, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend qualifizierte Ärztin bzw. einen entsprechend qualifizierten Arzt. Bitte beachten Sie, dass auch für eine anschließende medikamentöse Behandlung die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt eine eigene medizinische Beurteilung vornimmt. Wir können daher nicht gewährleisten, dass unser diagnostischer Befund ohne weitere ärztliche Untersuchungen unmittelbar zur Verordnung eines Medikaments führt.

Ergebnisoffene Diagnostik: Unsere ADHS-Diagnostik erfolgt ergebnisoffen. Die Durchführung der Diagnostik bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung festgestellt wird. Abhängig von den erhobenen Befunden kann sich auch ergeben, dass die diagnostischen Kriterien nicht oder nicht eindeutig erfüllt sind oder dass andere Erklärungen für die bestehenden Beschwerden und Besonderheiten in Betracht kommen. Ziel der Diagnostik ist eine möglichst sorgfältige fachliche Einschätzung und nicht die Bestätigung einer bereits vermuteten oder gewünschten Diagnose.

ADHS-Diagnose und Psychotherapie: Auch die Feststellung einer ADHS begründet nicht automatisch eine Indikation für eine ambulante Psychotherapie. Entscheidend für die Aufnahme einer Psychotherapie sind die individuelle Symptomatik, der hieraus entstehende Leidensdruck und Behandlungsbedarf sowie die jeweiligen Voraussetzungen für eine psychotherapeutische Behandlung.Ob eine Psychotherapie angezeigt ist, wird daher unabhängig von der reinen ADHS-Diagnose im Einzelfall geprüft.

ADHS – Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen können unter anderem folgende Symptome im Vordergrund stehen:• Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
• Ausgeprägte motorische Unruhe oder Impulsivität
• Emotionale Regulationsschwierigkeiten
• Schulische Leistungsprobleme oder soziale Konflikte

Die Diagnostik erfolgt mehrperspektivisch und bezieht – abhängig vom Alter – Eltern, Bezugspersonen sowie ggf. schulische Informationen mit ein.
Altersspezifische Besonderheiten in der Diagnostik

Bei der diagnostischen Abklärung im Kindesalter ist besonders wichtig:
• Vor dem Alter von drei Jahren soll keine ADHS-Diagnose gestellt werden.
• Bei Kindern im Alter von drei bis vier Jahren kann die Diagnose in der Regel nicht hinreichend sicher gestellt werden.
• Im Vorschulalter sollte eine ADHS-Diagnose nur bei sehr starker Ausprägung der Symptomatik erfolgen.
–>  Je jünger das Kind, desto schwieriger ist die Abgrenzung zwischen entwicklungsbedingten Normvarianten und behandlungsbedürftiger Symptomatik.

ADHS – Diagnostik bei  Erwachsenen

Im Erwachsenenalter verändert sich das Erscheinungsbild von ADHS häufig. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass:
• Die Hyperaktivität nimmt oft ab,
• Stattdessen Aufmerksamkeitsprobleme, innere Unruhe, emotionale Überforderung oder Organisationsschwierigkeiten stärker in den Vordergrund treten,
• Schulische, berufliche und soziale Anforderungen die Symptomatik verstärken können.

Die Diagnostik bei  Erwachsenen berücksichtigt sowohl die aktuelle Symptomatik als auch die biografische Entwicklung seit der Kindheit.

Diagnostisches Vorgehen

Die ADHS-Diagnostik erfolgt strukturiert, individuell angepasst und leitlinienorientiert. Zum Einsatz kommen:
• Ausführliche Anamnese und klinische Interviews
• Standardisierte Test- und Fragebogenverfahren
• Klinisch-psychologische Beobachtungen
• Differenzialdiagnostische Einschätzung


Die Diagnostik umfasst in der Regelmehrere Termine, einschließlich eines abschließenden Auswertungs- und Rückmeldegesprächs.
Auf Wunsch erhalten Sie einen schriftlichen Befund oder diagnostischen Bericht, z. B. zur Vorlage bei Ärzt:innen, Behörden oder im beruflichen Kontext.

Wichtiger Hinweis zur Abrechnung

Die ADHS-Diagnostik für Kinder und Jugendliche kann über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden.

Die ADHS-Diagnostik für Erwachsene erfolgt in meiner Praxis auf Selbstzahlerbasis, da ich für die Behandlung von Erwachsenen nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen kann. In Einzelfällen übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten dennoch ganz oder teilweise. Es kann sich daher lohnen, vorab bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen, ob eine Kostenübernahme oder Erstattung möglich ist. 

Zum Inhalt springen